Wir haben ein zweites Büro | Ihr nun die Qual der Wahl

Seit März diesen Jahres haben wir ein weiteres Büro bezogen, in dem wir an einigen Tagen der Woche unseren Gedanken freien Lauf lassen und uns vor allem auf die kreativen Teile unserer Arbeit konzentrieren.

Warum fragt ihr euch vielleicht?! Einfach weil es sich so ergeben hat…

So weit ist es auch gar nicht vom Hauptbüro in Bad Tölz entfernt. Lediglich 25 Kilometer weiter Richtung Berge. Und noch einen Ticken ruhiger gelegen. Perfekt für den freien Kopf und Ideenfindungen fernab jeglichen Trubels.
Und das Geilste – wir können ab sofort einfach direkt mit dem Moped oder dem Auto bis an den Schreibtisch fahren. Spart Zeit, die man für sinnvollere Dinge verwenden kann!

Nun habt ihr also die Qual der Wahl…
Wollt ihr mit uns lieber im lichtdurchfluteten „Wohnzimmer“, in der „Kellerbar“, im ruhigen Garten oder zwischen Motorrädern, Autos und Werkzeug über gemeinsame Projekte sprechen?

Eines bleibt an allen Orten auf jeden Fall gleich – wir erarbeiten gemeinsam außergewöhnliche Maßnahmen und haben jede Menge Spaß dabei!

Influencer in der Motorradindustrie

Vorwort

Viele Unternehmen setzen schon seit Jahren darauf. Manche erfolgreich, manche weniger. Manche seriös, manche nicht. Mal tut es dem Image gut, mal wird das Gegenteil erreicht.

Es geht um „Influencer-Marketing“.

Seit geraumer Zeit kommt dieses Instrument auch in der Motorradbranche zum Einsatz. Natürlich widmen auch wir uns dem Thema. Aus mehreren Gründen: Es ist Teil des Marketings, wir
werden zu unserer Meinung danach gefragt, wir kommen auf vielerlei Kanälen in den „Genuss“ der Inhalte, usw.

Somit war es naheliegend sich ganz detailliert mit diesem Thema auseinanderzusetzen.
Zu Beginn war uns schon bewusst, dass diese Art der Werbung in der Motorradbranche nicht wirklich zielführend ist. Dies hat diverse Gründe. Was wir bei genauerer Betrachtung jedoch feststellen
mussten sorgte bei uns für Gefühlsausbrüche. Richtig geraten: Positiv waren sie nicht!

Um es kurz zu sagen: Die aktuelle Situation schadet jedem, der sich in der Motorradszene bewegt. Seien es Unternehmer, aber auch Privatpersonen, die sich diesem Hobby verschrieben haben.

Grund genug hier Aufklärungsarbeit zu leisten! Nicht nur, weil unser Unternehmen tief in der Motorradszene verwurzelt ist und wir es als unsere Pflicht ansehen andere Unternehmen mit
unserem Wissen zu unterstützen, sondern auch, weil wir gerne auch noch in fünf Jahren unserer Leidenschaft des Motorrradfahrens nachgehen wollen. Wenn der Trend jedoch so bestehen bleibt,
dann werden sich bald viele nach den „alten Zeiten“ zurücksehnen, in denen das Image der Zweiradenthusiasten zumindest noch halbwegs gut war.

Wer sich für die Ergebnisse unserer wochenlange Recherche interessiert, der ist hier genau richtig:
(Ein PDF mit identischem Inhalt kann auf Anfrage zugesendet werden!)

 

1. Einleitung

Seit geraumer Zeit setzen immer mehr Unternehmen in ihrem Marketing auf den Einsatz von sogenannten Influencern. Ebenso die Motorradindustrie. In manchen Branchen sind diese Kooperationen mit einem Werbeerfolg der Unternehmen verbunden. Gefahren oder
Problematiken bestehen, wenn dann meist nur zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer. Nicht so in der Motorradbranche. Hier ist ein Negativtrend zu beobachten, welcher, wenn er nicht reguliert wird, in Zukunft mehr Schaden anrichten wird, als es der Industrie am Ende nutzt.

Auftraggeber sind namhafte Motorrad-, Zubehör und Bekleidungshersteller, sowie einzelne Handelsbetriebe.

Zwar steigt die Anzahl der Influencer aktuell stark an, die meiste Aufmerksamkeit und ebenso die lukrativsten „Werbedeals“ beanspruchen bis dato jedoch ca. vier bis fünf aktive Personen. Glücklicherweise beschränkt sich dieser Trend aktuell auf den Raum Deutschland.
In anderen europäischen Ländern oder dem weiter entfernten Ausland hat diese Art der Werbung noch nicht „richtig“ Fuß gefasst.

Um welche genauen Sachverhalte es sich handelt und welche Auswirkungen zu erwarten sind, kann den folgenden Seiten entnommen werden.

 

2. Kurzvorstellung des Verfassers

Warum haben wir uns diesem Thema gewidmet? Weshalb haben wir detaillierte Informationen hinsichtlich der Inhalte? Und warum haben wir ein Interesse daran, dass hier eine positive Veränderung angestrebt wird?

Fragen, die Sie sich als Leser berechtigter Weise stellen könnten. Daher ist es uns wichtig an dieser Stelle eine kurze Vorstellung der rabbitandwolf GmbH mit einfließen zu lassen, um eine eventuelle Skepsis gegenüber der Richtigkeit und der Kompetenz des Inhaltes zu vermeiden.

Rabbit and Wolf ist eine Fullservice-Agentur für Werbung, Marketing und Kommunikation. Mit einer Besonderheit wir arbeiten einzig und allein in der Motorradbranche und betreuen hier Kunden aus den Bereichen B2B und auch B2C. Kerngeschäft ist die Beratung, Planung, Konzeption, Strategie, das Projektmanagement, aber auch die Umsetzung der Maßnahmen für alle bespielbaren Kanäle.

 

3. Problemdarstellung

3.1. Gefährdung Dritter und Unbeteiligter

Im Großteil ihrer Videos werden regelmäßig Dritte und Unbeteiligte im öffentlichen Straßenverkehr massiv gefährdet. Sei es durch Wheelies, Stoppies überhöhte Geschwindigkeiten, riskante Überholmanöver, illegale Straßenrennen, etc. Diese Fahrmanöver werden meist nicht auf abgesperrten Plätzen oder Strecken durchgeführt, sondern im Stadtverkehr, auf Landstraßen oder der Autobahn. Die Verstöße werden durch die Influencer selbst gefilmt und anschließend zur Generierung von Klicks und Aufrufen genutzt. Es handelt sich hierbei nicht um „belanglose“ Ordnungswidrigkeiten, sondern es sind vermehrt schwere Straftatbestände!

Folgend einige Screenshots von Sequenzen der Videos, welche auf der Plattform YouTube veröffentlicht wurden:

 

3.2. Diskussionen über Lärm, Fahrverbote und Streckensperrungen im Zusammenhang mit Influencern

Die aktuellen und auch hitzigen Diskussionen über Motorradlärm, temporäre Fahrverbote und auch Streckensperrungen sind mittlerweile auch Personen geläufig, die nicht direkt davon betroffen sind oder die sich sonst nicht mit dem Thema Motorrad beschäftigen.

Auch hier schlagen die Influencer in eine Kerbe, welche Befürwortern der Verbote und „Motorradgegnern “ weiteren Zündstoff liefert. Sei es die Nutzung von Auspuffanlagen, welche nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen sind, die Ignoranz gegenüber der Straßenverkehrsordnung, riskantes und provokantes Verhalten oder auch hier die Gefährdung Dritter.

Folgend einige Screenshots von Sequenzen der Videos, welche auf der Plattform YouTube veröffentlicht wurden:

 

3.3. Inbetriebnahme und Nutzung illegaler Fahrzeuge im öffentlichen Straßenverkehr

Die genutzten Fahrzeuge weisen oftmals Modifikationen auf, welche eine Inbetriebnahme auf öffentlichen Straßen eigentlich unmöglich macht.
Nicht zulässiges Zubehör, fehlende Beleuchtungseinheiten oder Reflektoren, bis zur Unkenntlichkeit verbogene Kennzeichen, fehlende Rückspiegel, nicht eingetragene Felgen oder Bremsanlagen – um nur einige zu nennen.

Man muss sicherlich nicht erwähnen welche Konsequenzen es nach sich ziehen würde, sollte mit einem dieser Fahrzeuge einem Dritten Schaden zugefügt werden.

Folgend einige Screenshots von Sequenzen der Videos, welche auf der Plattform YouTube veröffentlicht wurden:

 

3.4. Definition ihrer Zielgruppe und Erklärung ihrer verfehlten Vorbildfunktion

Der Großteil ihrer Zuschauer verteilt sich auf eine Altersgruppe zwischen ca. 12 und 20 Jahren. Ein Alter, in dem Jugendliche bekanntermaßen sehr beeinflussbar sind. Somit sollte den Influencern auch eine gewisse Vorbildfunktion bewusst sein , welche jedoch völlig ignoriert wird.
Es stellt sich genau das Gegenteil dar die Zielgruppe wird in ihren Videos zur Nachahmung eher animiert.

Nachfolgend wieder ein paar Screenshots aus veröffentlichten Videos. Zum einen zwei Beispiele, zwar gefilmt in Thailand, aber auf keiner öffentlichen Straße zur Nachahmung empfohlen.

Zum zweiten Kommentare unter veröffentlichten Videos, aus denen klar hervorgeht, dass die Zuschauer und die Zielgruppe der Influencer kein Erwachsenenalter haben (Auf namhaften Messen konnten wir uns bei Autogrammstunden zweier „YouTuber“ selber ein Bild
der Zielgruppe machen. Hier war kein „Fan“ anzutreffen, welcher bereits volljährig gewesen sein wird.)

 

4. Strafverfolgung durch Behörden

Bereits seit ein paar Jahren sind die Behörden auf gewisse Influencer aufmerksam geworden. Leider erst, als bereits der Fall eingetreten ist, den sich keiner wünscht.
Es kamen durch das Verhalten dieser Person Menschen zu Tode.
Diese Personen hatten zu diesem Zeitpunkt keine Kooperationen mit Dritten. Lediglich eine Person, die indirekt in diesen Zusammenhang gebracht werden kann wird durch ein Unternehmen unterstützt sein eigenes. Aber seit Kurzem wird diese Person von einem großen italienischen
Motorradhersteller mit einem Fahrzeug ausgestattet. Ob den Verantwortlichen bekannt ist, welche Hintergründe hier vorherrschen, können wir leider nicht beurteilen.

Aus sicheren Quellen wissen wir jedoch, dass die Behörden aktuell gerade verstärkt die Influencer in der Motorradbranche im Visier haben!

Wir sind uns sicher kein Unternehmen möchte seinen Firmennamen oder sein Logo im Zusammenhang mit derartigen Vorkommnissen in Verbindung stehen sehen. Wenn die derzeitige Entwicklung weiter fortschreitet, wird dies unausweichlich sein.

Folgend Beispiele, die es in der Vergangenheit bis in die allgemeinen Medien geschafft haben, bzw. die die aktuelle Situation zeigen, an der die Behörden aktuell „sehr“ interessiert sind:

Quelle: https://www.weserkurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-bgh-bestaetigt-urteil-gegen-bremer-raser-alpi-_arid,1705507.html

Quelle: https://www.ksta.de/nrw/-grenzgaenger-gesucht-motocrossfahrer-machen-riskante-stunts-im-naturpark-24403506?cb=160969 2090150

 

5. Widerspruch zu Kampagnen, wie z.B. „Motorrad: Aber sicher!“

Glücklicherweise gibt es auch gegengelagerte Kampagnen, wie z.B. „Motorrad: Aber sicher!“ oder „Laut ist out!“, die sich an die 99% vernünftigen Motorradfahrer richten und in die jährlich hohe Budgets investiert werden.

Das absolute Gegenteil finden wir in den Inhalten der Influencer wieder. Vergleicht man jedoch die nach außen sichtbaren Werte in den verschiedenen Kanälen, muss man leider feststellen, dass die Influencer mit ihren schädigenden Inhalten und mit einer deutlich minderwertigeren Qualität mehr Reichweite generieren können. Gründe dafür gibt es viele.

Somit bekommt jedoch das 1% der Unvernünftigen mehr Gehör und Zustimmung und fügt damit den restlichen 99% ebenfalls Schaden zu. Und somit finden sich in der Darstellung der Motorradfahrer oft alle in einer Schublade wieder ob sie wollen, oder nicht.

 

6. Welche Gefahren und Folgen lauern, wenn nicht reagiert wird?

Das Image der Motorradfahrer steht bereits seit einiger Zeit unter Druck. Die öffentlichen Diskussionen über Lärm oder Fahrverbote spitzten sich dieses Jahr bereits zu. Immer wieder berichten die Medien über Vorkommnisse aus Rockerkreisen, manche Motorradf ahrer benehmen
sich tagtäglich auf den Straßen daneben. Manche Hersteller ha lten bis heute an ihrem Marketing fest ihre Kunden als „Bad Boys“ darzustellen. Extremsport im Bereich Zweirad schiebt seine Grenzen immer weiter nach oben. Diese Liste k önnte man noch um viele Punkte verlängern.

Wichtig ist jedoch zu beachten, dass vor allem Außenstehende, die nichts mit dem Hobby auf zwei Rädern zu tun haben, nicht über das notwendige Hintergrundwissen verfügen. Sie können nicht unterscheiden, dass es sich bei den „Anarchisten“ nur um einen Bruchteil der Motorradfahrer handelt, dass Motorradfahrer in Lederjacke nicht gleich einem MC angehören, das Marketing eben „nur“ Marketing und nicht das reale Leben aller Motorradfahrer ist.

Trotz alledem bekommen die Influencer aus vielen Richtungen Aufmerksamkeit. Ob, wie bei ihren Anhängern positive oder von den Vernünftigen negative. Letzteres stellt jedoch ein enorm hohes Risiko da, welches jedes einzelne Mitglied der Branche / Szene betrifft.

Das Bild der Zweiradfans wird immer weiter in eine Schublade gesteckt, die nicht der breiten Masse entspricht. Es werden Verbote erlassen, Motorradfahrer werden in Kontrollen schikaniert (auch wenn sie eine weiße Weste haben). Irgendwann verlieren sie no ch den Spaß an ihrem
Hobby, da sie nur noch schief angesehen werden oder die Einschränkungen zu groß werden.

Und hier beginnt der Rattenschwanz. Weniger glückliche Motorradbesitzer, die eben auch weniger in ihre Leidenschaft investieren. Das schadet in jedem weiteren Schritt jedem einzelnen der Branche. Und die Schizophrenie liegt darin, dass es sich zu einem Problem entwickeln kann,
welches sich die Industrie selbst heranzüchtet indem sie ihre Werbung in die Hände der aktuellen Influencer legen.

Den Schaden, der entstehen kann/wird, sollte auch nur einmal ein Influencer einen Unfall mit Verletzten oder gar mit Todesopfern verursachen, den wollen wir uns gar nicht erst ausmalen. Wir möchten hier lediglich auf den Imageschaden hinweisen, dem Red Bull ausgesetzt war, als sich viele über den Umgang und den ausgeübten Druck auf die Red Bull Sportler echauffiert haben. Und hier werden in der Regel nicht einmal Dritte gefährdet, da es sich um professionellen Sport handelt, welcher in abgesperrten Bereichen ausgeübt wird. Mal abgesehen davon, dass die Sportler sich diesen Gefahren meist freiwillig aussetzen.

 

7. Handlungsempfehlungen

Wir sehen hier einen längst überfälligen Handlungsbedarf von offizieller Stelle, um die Industrie auf die Problematiken und Gefahren aufmerksam zu machen. Wir sind der festen Überzeugung, dass sich die Unternehmen, welche Influencer Marketing in ihrem Mix berücksichtigen, sich nicht mit den Inhalten im Detail auseinandersetzen. Bei der Menge an Inhalten ist dies zeitlich auch eine Mammutaufgabe. Wären sie sich diesen Details aber bewusst, dann würden sie (hoffentlich) schon aus eigenem Interesse Abstand von diesen Kooperationen nehmen oder aber ihnen nicht vollkommen freie Hand lassen.

Trotz alledem darf man hierbei nicht vergessen, dass die Industrie den Influencern erst die Möglichkeiten bietet diese Menge an Inhalten zu produzieren und zu veröffentlichen. Sei es durch Bezahlung, das Zur Verfügung Stellen der Fahrzeuge und Zubehörartikel, oder die mangelnde Kontrolle ihrer Produktdarstellungen.

Daher folgend drei Empfehlungen, die wir als unabdingbar ansehen:

1. Eine öffentliche Stellungnahme zur aktuellen Entwicklung im Bereich „Influencer Marketing“.

2. Eine konkrete Bekanntmachung bei der Industrie, um diese auf die Missstände aufmerksam zu machen.

3. Unterstützung der Industrie bei einem detaillierten Screening der Influencer für zukünftige Kooperationen.

 

8. Fazit

Man könnte denken, dass es sich bei den aufgeführten Sachverhalten um einzelne „Versehen“ handelt. Jedoch stellen die Beispiele lediglich einen minimalen Auszug der Inhalte dar. Beschäftigt man sich, wie wir, im Detail mit diesem Thema, stellt man fest, dass es sich um viele
Stunden Material handelt , in denen illegale Vorgehen dokumentiert sind (zzgl. der Inhalte in allen anderen sozialen Netzwerken).

Allein dieser Umstand beweist, dass es sich um ganz bewusst produzierte Inhalte handelt.

Hierfür gibt es diverse Gründe:

– Die Influencer wissen ganz genau, welche Inhalte, Headlines, Thumbnails, etc. Klicks generieren.

– Die Industrie beschäftigt sich nicht mit den Inhalten ihrer Kooperationspartner und lässt ihnen vollkommen freie Hand.

– Die Industrie legt die falschen Kennzahlen für Kooperationen zu Grunde.

– Der Industrie fehlt es derzeit noch an detailliertem Wissen im Bereich Onlinemarketing, weshalb sie diesen Part in die Hände der Influencer legt.

Es werden viele Gelder in Kampagnen und Präventionen investiert, die der gesamten Szene nutzen und die absolut sinnvoll sind. Im Vergleich zu den generierten Reichweiten der Influencer verlieren sie jedoch leider an Relevanz bei den anvisierten Zielgruppen.
Hier hilft es aktuell fast nur Aufklärung zu betreiben und die Inhalte der Influencer in richtige Bahnen zu lenken, bevor es zu spät ist. Sicherlich werden einige Hersteller sich nicht von dem Marketing Kanal der Influencer komplett lossagen wollen. Klar , die junge Zielgruppe, die der Branche aktuell fehlt, darf nicht außer Acht gelassen werden. Dies darf aber nicht in dieser Art und Weise und auf dem Rücken der aktuellen Kunden und der vernünftigen Motorradfahrer stattfinden.

Die Verantwortung zur Aufklärung sehen wir aufgrund der Vernetzung, der Kompetenz und der Vertrauenswürdigkeit ganz klar bei offizieller Stelle.

Es ist im Interesse eines jeden Beteiligten in der Motorradindustrie diesen Negativtrend zu unterbinden und das Image der Motorradfahrer nicht noch weiter zu schädigen.

-> Wir möchten ebenfalls noch darauf hinweisen, dass sich bereits Prominente aus dem deutschen Fernsehen dem Thema „Influencer“ in sehr kritischer Weise offen über deren Verhaltensweisen „auslassen“. Die Reaktionen auf diese Veröffentlichungen erregen sehr
viel Aufmerksamkeit und Zuspruch! Daher ist es im Interesse aller an der Motorradbranche Beteiligten hier schnellstmöglich zu handeln, bevor diese Missstände noch weitere Kreise ziehen!

 

9. Nachtrag zur aktuellen Lage

Bekannterweise unterliegen die Algorithmen von Google, Facebook, YouTube und Co. einer ständigen Veränderung und Weiterentwicklung. So auch Ende des Jahres 2020. Der Grund dafür ist prinzipiell relativ einfach: Die Algorithmen können Inhalte immer detaillierter
„lesen“ und diese dann nach Relevanz priorisieren. Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle, auf die wir hier nicht im Detail eingehen wollen, da es ab diesem Punkt sehr komplex wird und dies den Rahmen sprengen würde.

Wichtig im Zusammenhang dieses Dokuments sind aber die Reaktionen der Influencer auf diese Änderung!

Wir können seit der Anpassung eine Entwicklung beobachten, die die oben genannten Punkte „ausufern“ lässt. Bis Ende des Jahres 2020 waren illegale Vorgehen nicht selten, kamen aber „nur“ in jedem zweiten bis dritten Video vor. Nun aber ist dieses Verhalten in jedem Video aufzufinden (abgesehen von marginalen Ausnahmen).

Somit stellen die oben genannten Punkte eine noch höhere Gefahr dar. Klar, je öfter diese Art des Inhaltes produziert werden muss, desto größer werden die Gefahren, die damit einhergehen.

Die Gründe der Influencer sind einfach: Je mehr Content, je „dramatischer“ die Videotitel desto mehr Klicks werden generiert und desto „wichtiger“ sehen es die Algorithmen als zu priorisierende Inhalte an (Dass dies nur die halbe Wahrheit ist und YouTube und Co. auch weitere Parameter in die Berechnungen mit einbezieht, erwähnen wir, aufgrund der Komplexität am Rande. Kurzfristig führt dies aber erstmal dahingehend zum Erfolg, dass die Influencer ihre Klickzahlen hochhalten können.).

Nachfolgend, zur Verdeutlichung, Screenshots eines sehr kurzen Zeitraumes:

 

Wir möchten gerne noch darauf hinweisen, dass es sich bei den genannten Punkten lediglich um einen Auszug handelt, der die schwerwiegendsten Vorgehensweisen darstellt. Natürlich sind wir jederzeit gerne bereit weitere Details aufzuzeigen, zu erläutern offene Fragen ehrlich und
kompetent zu beantworten und natürlich auch bei den oben genannten Schritten behilflich zu sein!

 

 

– Erweiterung –

Dieser Teil stellt eine Vervollständigung der ersten Fassung „Influencer in der Motorradindustrie – Problematiken und Gefahren“ dar und wird fortlaufend erweitert.

Betrug

Nachweislich gekaufte Follower , Klicks und Kommentare

– Betrifft Instagram und YouTube
– Nachweisbar durch folgende Gegebenheiten: Häkchensetzung bei You Tube, Anzeige externer Werbung in YT Videos, Herkunftsländer der Follower, Content Pausen sorgen für Rückgang der Bots und somit der Follower Zahlen
– Kommentare werden gelöscht (Nachweisbar speziell in einem aktuellen Fall, auf den der Influencer selbst keinen Zugriff hat / Hier wird , aufgrund der negativen Kommentare bereits über Mobbing gesprochen

Fragwürdige öffentliche Äußerungen der Influencer

Negative Äußerungen gegenüber Partnern

– Bloßstellen der Kooperationspartner
– Preisgeben von Interna
– Öffentliche Kritik an Kooperationen

Äußerungen zu illegalem Vorgehen und Strafverfolgungen

– Positive Darstellung und In Schutz Nehmen verurteilter Personen bei Vorfällen mit Todesfolge
– Bewusste Falschdarstellungen von Vorfällen und Personen, welche in naher Zukunft behördlich verfolgt werden

Fachkompetenz

– Nicht vorhaben!
– Falschaussagen werden getroffen und schaden in vielerlei Hinsicht

Werbekennzeichnung

– Kaum bis gar nicht vorhanden
– Hier könne n auch Auftraggeber haftbar gemacht werden!

Ideenklau

– Logos , Namen, In halt e wer den kopiert und zur Ge nerierung von Geld genutzt

 

WIRD WEITER FORTGESCHRIEBEN!

Bikes, Music & More | Ein Interview

Anfang Oktober erhielten wir eine Nachricht von Lars, dem Mann hinter http://www.bikesmusicandmore.com
Inhalt war eine Anfrage zu einem Interview mit einem Teil von Rabbit and Wolf für seine Rubrik „Biker & Business“.
Danach ging alles ganz schnell und schon war der Artikel online.
Gerne wollen wir uns auf diesem Wege auch noch einmal für die gut gewählten Fragen bedanken. Unserer Meinung nach gezielt und auf den Punkt.

Hier der Artikel in voller Länge:
(Oder unter: https://bikesmusicandmore.com/biker-business-sebastian-bolligs-von-rabbit-and-wolf/)

 

BMM: Ab und an fallen mir gewisse Szenegänger durch ihre Kommentare auf. Da zählt aber nicht die Masse an Posts, sondern eher der Inhalt. Bei Sebastian ging es mir jedenfalls genau so. Einige seiner Statements fielen mir auf, also folgte ich ihm und stieß so auf die Page von Rabbit and Wolf. Und was ich dort entdeckte, war derart auf die Biker Szene ausgerichtet, dass ich tiefer einstieg. Und siehe da, meine Anfrage hinsichtlich der Rubrik Biker & Business wurde direkt bejaht. Steigen wir also wie gewohnt ein. Mailinterview!

 

 

BMM: Sebastian, Du bist geschäftsführender Gesellschafter von Rabbit and Wolf. Was steckt dahinter?

RaW: Rabbit and Wolf ist eine Agentur für Werbung, Marketing und Kommunikation, die meine Frau und ich ins Leben gerufen haben. Jedoch keine klassische Werbeagentur, wie man sie an jeder Ecke findet, sondern mit einer reinen Spezialisierung auf die Motorrad- und Kfz-Branche. Aufgeteilt auf aktuell ca. 70% Zweirad und 30% Automobil.

 

BMM: Habt Ihr auch beruflich mit der Biker Szene zu tun?

RaW: Aufgrund der Nische unserer Firma haben wir beruflich fast ausschließlich mit der Szene zu tun. Zumal genau dies unser Alleinstellungsmerkmal ist – die Szenekenntnis und die damit verbundene Leidenschaft und Emotion, gepaart mit dem Wissen aus unseren Tätigkeitsfeldern.

 

BMM: Was fährst Du aktuell für ein Bike? Oder hast Du gar die Qual der Wahl?

RaW: Aktuell fahre ich eine Triumph Speed Triple, eine Yamaha Ténéré 700 und eine Harley Davidson Sportster 48. Und wenn ich meine Frau nett frage, dann darf ich auch mal ihre BMW R NineT ausführen. Und mein Vater bringt mir zum Glück das Vertrauen entgegen, dass ich immer wieder in den Genuss komme eine Husqvarna FE 350 mit Dreck zu verzieren.

 

 

BMM: Was war denn so Deine bisher coolste Tour?

RaW: Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich schon viele Abenteuer auf Zweirädern erleben durfte. Ein Erlebnis wird dabei aber für immer unvergessen bleiben – die Fundriding-Touren 2016 und 2018 durch Kambodscha. Vor 2 Jahren sogar als Guide. Zwar „nur“ auf Großradrollern mit 110ccm und kaum zu bändigenden 14 PS. Dafür aber mit sozialem Hintergrund für eine Hilfsorganisation. Und Zweirad mit Motor ist, auch mit wenig Leistung und ohne Style, immerhin ein Zweirad. Wessen Interesse geweckt ist, hier findet man genauere Infos zu diesem besonderen Trip: https://www.rabbitandwolf.de/mit-dem-moped-durch-den-dschungel/

 

BMM: Wo trifft man dich in der Szene an?

RaW: Meist auf den gängigsten Messen und Events, die in halbwegs gut erreichbarer Nähe befinden. Von klein bis groß. Manchmal wäre ich gerne auf mehr Veranstaltungen unterwegs, aber die Zeit ist dafür oft einfach nicht da.

 

 

BMM: Was fällt dir zu der Forderung nach temporären Streckensperrungen ein?

RaW: Bei dem Thema bekomme ich langsam ein Schleudertrauma vor lauter Kopfschütteln. Zumal ich keinerlei Verständnis dafür habe, dass, vor allem von Seiten der Befürworter der Sperrungen, kein differenziertes Denken und keine neutrale Kommunikation vorherrscht. Es gibt nur Schwarz oder Weiß. Klar, ich habe Verständnis dafür, dass es für Betroffene anstrengend sein kann, wenn des Öfteren ein Moped mit überzogener Lautstärke am Gartenzaun vorbeiballert. Aber es ist eben, gemessen an der Menge an zugelassenen Motorrädern, nur eine Minderheit. Und wenn man schon alle über einen Kamm schert, dann bitte nicht nur Zweiradbesitzer. Dann müssen ebenfalls Fahrer von Sportwägen, Berufskraftfahrer, Landwirte mit riesigen Landmaschinen, etc. an den Pranger gestellt werden. Und das finde ich an dem Thema mit am Schlimmsten: Eine regelrechte Hexenjagd. Und diese nur bezogen auf eine einzige Gruppe. Auf das Schweigen und das diplomatische Ausweichen der Industrie, zu diesem Thema, will ich lieber nicht eingehen.

 

 

BMM: Zurück zum Job. Gibt es da ein Projekt, wo Du richtig Bock drauf hast?

RaW: Ganz ehrlich – ich hab‘ Bock auf jedes Projekt, an dem ich beteiligt bin. Egal, wie klein es ist. Ich liebe einfach alles rund um das Thema Motorrad und Kfz. Somit macht mir meine Arbeit jeden Tag aufs Neue Spaß. Aber natürlich hat man gewisse Ideen im Kopf, die man gerne einmal umsetzen würde. Teilweise stehen dazu auch schon Konzepte und grobe Showcases. Mal sehen, wann die Zeit reif ist, dass sie zum Leben erweckt werden können.

 

BMM: Was hat es denn mit dem Heißluftballon auf sich?

RaW: Mein Vater ist schon sein Leben lang Pilot und hat bereits vor über 20 Jahren mit dem Ballonfahren begonnen. Damals noch mit Sponsoren für Hüllen aus anderen Branchen. Nun war es wieder an der Zeit für eine neue Hülle. Somit eine schöne Win-Win-Situation. Er kann weiter seinem Hobby nachgehen und wir können mit unseren Kunden auch außerhalb der geschäftlichen Zusammenarbeit etwas Besonderes erleben. (Ende Interview)

 

 

BMM: Auf eine gewisse Art und Weise ist meine Tätigkeit mit der von Sebastian durchaus vergleichbar. Er lebt konsequent seinen Lifestyle und hat sich beruflich dort etabliert, wo er sich am wohlsten fühlt. Bei ihm sind es zwar eher die strategischen Gedanken um ein ganzheitliches Marketing, bei mir ja die Aktivitäten der Szene selbst, aber unter dem Strich scheint er seine Arbeit genauso wie ich zu einer regelrechten Passion entwickelt zu haben. Das gefällt mir. Allerdings ist sein Level schon weitaus höher anzusiedeln, denn einen Ballon mit dem Logo von bikesmusicandmore.com wird es vermutlich nie geben, obwohl das über dem Gelände des Motorcycle Jamborees sicherlich richtig cool wirken würde. Im Gegensatz zu Sebastian würden aber meine Buddys denken, dass ich komplett durchdrehe und vollends abhebe. Nee, ich bleibe besser am Boden. Oder doch nicht? Grins….

 

Check this video!

 

BMW R nineT – Ein Testbericht

Wie alles begann 

Es war das Jahr 2019, als der östrogene Teil von Rabbit and Wolf sich bei ihrem damaligen Arbeitgeber spontan eine BMW R nineT ausgeliehen hat. Einfach mal so. Zum Ausprobieren.
Was dann passiert ist, kennt sicherlich jeder Motorradfahrer aus eigener Erfahrung. Man setzt sich auf einen Bock und hat sofort das Gefühl: „Oh ja, das ist genau mein Bike!“. Oder im Umkehrschluss: „Ne, ist zwar schön anzusehen, aber wir passen einfach nicht zusammen!“. Eigentlich wie in anderen Lebensbereichen auch. Optisch super, aber nach dem ersten Ritt doch nicht überzeugend.

Nachdem dann eine brandneue R nineT, in unserem Wohnzimmer, auf den Beginn der neuen Saison wartete, ist vermutlich klar, welche Emotion die Probefahrt auslöste.

Tja, und wenn da etwas mit zwei Rädern auf einmal vor mir steht und ich den Schlüssel in der Hand habe, da kann ich dann ja auch nicht anders, und muss das Ding mal fahren.

Welche Eindrücke die Bayerin bei mir hinterlassen hat, das erfahrt ihr im folgenden Testbericht.

Aber zuerst noch eine kurze Anmerkung:
Wann hat BMW dieses Modell das erste Mal auf den Markt gebracht? Was hat sich zum Vorgängermodell verändert? Wie ist sie im Vergleich zu anderen Mopeds dieser Kategorie?
Ganz ehrlich – die Daten und Fakten wissen die meisten doch eh schon, wenn sie sich für diese Gattung an Motorrad interessieren. Und Vergleiche sind aus meiner Sicht meist eh nur Worte ohne viel Mehrwert. Es geht um dieses eine Bike. Seine Vor- und Nachteile. Nicht darum, was andere Hersteller besser, schlechter oder anders machen.
Am Ende sind für den Kauf einer Mopete doch nicht die Fakten ausschlaggebend, sondern dass Zweirad und Fahrer perfekt zusammenpassen und sie sich „verstehen“.

 

 

Der erste Eindruck

 … ist entscheidend! Oder manchmal auch nicht…
Schon bei der Markteinführung war ich nicht ganz überzeugt. Und dieser Eindruck ist bis Ende des vergangenen Jahres immer geblieben. Aber eigentlich nur wegen einem Detail: Der Boxer. Nicht wegen dem Sound oder der Charakteristik. Sondern einfach wegen der Optik. Für mich sollten die ganzen „Heritage“- Bikes, Cafe Racer, Scrambler und was es mittlerweile noch alles für Nischenbezeichnungen gibt, eine schlanke Linie haben. Warum? Keine Ahnung… So war es einfach immer in meinem Kopf. Aber mittlerweile ist es mit der nineT wie bei einem guten Album: Je öfter man die Songs hört, desto besser werden sie. Und nachdem die BMW ja jetzt zur Familie gehört, sehe ich sie relativ häufig. Und ich muss sagen, mit jedem Tag mag ich ihr Äußeres immer mehr. Sei es nun die Einarmschwinge inkl. Speichenrad (unglaublich sexy!), das schlanke Heck (mmmmhhhhhh!) oder der, für diese Motorradart, recht große Tank (wunderschön!).
Alles ist schön clean, aufgeräumt und passt zusammen. Da scheint sich jemand tatsächlich Gedanken gemacht zu haben, dass sich kein Detail in den Vordergrund drängt und damit den Gesamteindruck stört. Purismus pur! So, wie es für so ein Motorrad sein sollte.

Ok, natürlich gibt es auch was zu meckern. Der Kennzeichenhalter ist, wie bei jedem Bike im Auslieferungszustand, einfach zu ausladend und wirkt billig. So auch die Sitzbank. Der Bezug sieht aus, wie eine schmierige Einkaufstasche aus Recyclingmaterial. Ja, das ist Jammern auf hohem Niveau und kann sehr einfach und schnell angepasst werden. Aber nur in den Himmel loben wäre unrealistisch.

Da wären wir auch schon beim Thema Individualisierbarkeit. Schwieriges Thema. Nicht, weil die Basis schlecht ist, oder weil man keine anständigen Teile bekommt. Ganz im Gegenteil. Die Baiuwarin ist dafür absolut großartig geeignet. Und es gibt Teile noch und nöcher. Und das ist das Problem! Für was soll man sich entscheiden?! Eigentlich könnte man sich gleich fünf R nineTs kaufen und man hätte immer noch Zubehörteile im Kopf, die man gerne kaufen und verbauen würde.

Klar, es gibt auch Mopedfahrer, die für ein individualisiertes Bike nicht gleich so tief in die Tasche greifen wollen, dass sie ihre Schwiegermutter verpfänden müssen. Und auch dazu eignet sie sich hervorragend. Es muss nicht viel gemacht werden und schwupps – „neues“ Bike. Schaut euch im Netz nur mal R nineTs an, bei denen einfach nur alle Aluteile geschwärzt wurden. Sieht gleich nach einem Bike aus, das auch Batman in seiner Garage parken würde.

 

 

Das Herzstück

Eine Wucht! Hat jemand mit einer anderen Einschätzung gerechnet? Wäre etwas verwunderlich, wenn BMW ihre Kernkompetenz des Motorenbaus nicht beherrschen würde. Was war nochmal die Bedeutung der Abkürzung „BMW“?

Für die heutige Zeit klingen 110 PS vielleicht nicht nach viel. PS lassen eh „nur“ die Nadel auf dem Tacho noch weiter im Uhrzeigersinn wandern. Für die Rennstrecke sinnig. Da wird man sie aber wohl eher nicht hin entführen. Auf der Landstraße stehen das Drehmoment und der Hubraum viel eher im Fokus. Auch hier kann man jetzt mit Zahlen, wie 116 Nm und 1170 ccm, herumwirbeln. Und was sagt uns das? Wenn man nicht auch noch die Übersetzung, das Gewicht, etc. mit einbezieht, rein gar nix.

Was aber interessant ist, was diese Zahlen im Bauch und Gesicht des Fahrers auslösen.
Die Antwort: Kribbeln und Grinsen! Auch aus dem unteren Drehzahlbereich schiebt sie sich und ihren Reiter aus jeder Ecke kraftvoll raus und sorgt für Lachfalten. Langsamen Rentner im Fiat Punto vor dir und keinen Bock vor dem Überholen runter zu schalten? Kein Problem. Einfach Gashahn auf und das Ding zerrt einem die Arme in die Länge. Ein ungutes Gefühl, diese Kraft nicht mehr im Griff zu haben, tritt aber nie auf. Kein abrupter Punch, der einem bei einer gewissen Drehzahl, so eine Nackenschelle verpasst, dass man gleich seinen Orthopäden aufsuchen muss. Die einen würden es als emotionslos beschreiben. Und genau die macht man, dank dieser Charakteristik, an einem Bergpass nass. Und allein das seitliche Schaukeln des gesamten Bikes beim Starten, Gas geben im Stand und beim Abschalten des Motors sind pure Emotion. Diese seitlichen Kräfte können, wenn man das Bike gerade erst kennen lernt, für einen kurzen „Schreck“ sorgen. Nämlich, wenn man in der Kurve in Schräglage einen Schaltvorgang durchführt. Durch die Unterbrechung des Kraftschlusses „zuckt“ die Dame kurz. Dies sorgt, einen Bruchteil einer Sekunde, für ein Gefühl, sie würde leicht aus der Spur geraten. Tut sie aber nicht.

Irgendwo müssen die Überschüsse dieser kraftvollen Verbrennungsvorgänge am Ende ihren Weg in die Freiheit finden. In diesem Fall führt dieser durch einen Topf von Akrapovic, den der nette BMW-Mitarbeiter direkt zur Auslieferung montiert. Und ich muss sagen – schön! Wirklich schön! Dem einzigartigen Boxer-Sound wird damit bestens gehuldigt, ohne die momentanen Diskussionen um Lärmbelästigung durch Motorräder noch weiter anzuheizen. Und optisch auch vollkommen in Ordnung. Wem der Sound, oder das Erscheinungsbild des slowenischen Topfes nicht zusagen, keine Sorge, es gibt auch in diesem Zubehörsortiment eine Auswahl, die kaum Grenzen kennt. Von einem Topf, über zwei Töpfe, Klappenanlage, oder auch nach oben verlegt. Hier bleiben keine Wünsche offen!

 

 

Sie fährt, schaltet und bremst

Und das „überraschend“ großartig. Dass sie sich fährt, wie ein Sack Nüsse, damit rechnet niemand. Aber dass man bei einem „Heritage“ – Bike das Gefühl hat, ein Naked-Bike zu pilotieren, das hat mich persönlich schon positiv überrascht. Die Upside-Down Telegabel und das Zentralfederbein sind nicht zu hart und nicht zu weich. Alle Unebenheiten werden einfach glatt gebügelt und auch in holprigen Kurven fährt sie wie auf Schienen. Besonders beeindruckt mich persönlich die Agilität, die man ihr optisch in der Art gar nicht zutrauen würde. Egal, ob man es ganz gemütlich angehen lässt, oder ihr auch mal die Sporen gibt. Sie fällt so spielerisch in die Kurven, dass man wahrscheinlich einen Schimpansen drauf setzen kann und der klebt am Pass dem Sportler vor ihm unaufhörlich am Heck. In Verbindung mit der Spurtreue fühlt es sich federleicht und sicher an. Nicht, wie wenn man mal lieber schon sein Testament geschrieben hätte. Und das bei einem Fahrwerk mit aktueller Werkseinstellung!

Ohne Getriebe auch keine Bewegung… Dieses schaltet butterweich, die Gänge bleiben da, wo sie sollen und nichts hakt oder kracht. Sogar den Leerlauf bekommt man eigentlich immer auf den ersten Versuch rein und man landet nicht gefühlte 100 Mal wieder im zweiten und dann wieder im ersten Gang. Nur manchmal will der Erste nicht immer sofort rein. Kurz die Kupplung loslassen, wieder ziehen und schon geht es in der Regel. Trotzdem schafft man es mit diesem Manko, sich an der Ampel kurzfristig beim Hintermann, der es in solchen Momenten ja immer eilig hat, unbeliebt zu machen.

Irgendwann muss der Schwung mal ausgebremst werden. Mit der Doppelscheibenbremse mit 4-Kolben-Festsattel vorne und der Einscheibenbremse inkl. Doppel-Kolben-Schwimmsattel hinten, kein Problem. Sehr gut zu dosieren. Vorne, wie hinten. Nicht zu weich, so dass man einen Krampf in Fingern und Zehen bekommt, weil man zu sehr reingrapschen muss, aber auch nicht zu giftig, dass man beim Einparken vor dem Café einen unfreiwilligen Stoppie zum Besten gibt.

 

 

Wie es sich anfühlt

Gut, wirklich richtig gut! Egal, ob man knapp unter 170 cm (durch Erzählung bestätigt) oder 187 cm groß ist. Der Kniewinkel ist bei jeglicher Art der Fortbewegung, ob entspannt oder sportlich, sehr angenehm. Auch nach längeren Strecken hat man nicht das Gefühl, dass man seine Knie nie wieder zu 100% ausstrecken könne. Kleine Personen kommen, dank der schmalen Sitzbank, ebenfalls problemlos mit beiden Füßen sauber auf den Boden und eine große Person wirkt nicht, wie auf dem Porzellanthron. Die Lenkerposition ist, wenn sich der Mechaniker genau an die Positionsmarkierungen hält, für meinen Geschmack etwas zu niedrig. Das wirkt sich auch etwas negativ auf die Agilität aus. Wenn man den Lenker aber ein paar Grad nach vorne dreht und die Armaturen an die neue Einstellung anpasst, hat man nach 15 Minuten mehrere „Probleme“ auf einen Schlag gelöst. Die Sitzposition wird etwas sportlicher, ohne dabei zu sehr nach vorne geneigt zu sitzen, und die R nineT fühlt sich gleich noch handlicher an. Vor allem bei langsamem Tempo. Ist ja kein Geheimnis, was breite, und eher nach vorne geneigte, Lenker bewirken.

Die Instrumente sind bei jedem Lichteinfall problemlos abzulesen. Analoger Technik sei Dank. Die digitalen Elemente fügen sich gut in das Gesamtbild ein und informieren über alle notwendigen Details. Ok, nachdem dieses Zweirad ja nicht mit allzu viel Schnickschnack auskommt, braucht man auch kein halbes Rechenzentrum im Cockpit. Und keinen VHS-Kurs, um überhaupt erstmal losfahren zu können.

Der kleine Wermutstropfen: Das Zündschloss ist direkt vor dem Tank montiert. Hat man neben dem Zündschlüssel noch einen weiteren, oder auch einen Anhänger, dann dengelt es während der Fahrt immer gegen den Lack und verkratzt diesen. Hier sollte man etwas aufpassen. Da man jedoch einen zweiten Schlüssel benötigt, um die Sitzbank entriegeln zu können, und man diesen wohl eher nicht gesondert mitnimmt, schmirgelt auf jeden Fall etwas. Und wenn es nur der Ring ist. Da bringt es auch nicht viel, dass der Schlüssel vom Sitz mit Gummi umschlossen ist.

Der große Wermutstropfen: Die Sitzbank. Keine Ahnung, ob das nur mir so geht. Aber es wird nach recht kurzer Zeit etwas „unkomfortabel“. Männer werden es kennen, wenn es langsam immer wohlig wärmer zwischen den Arschbacken wird, bis dann irgendwann die komplette Taubheit einsetzt. Und bei diesem Sitz nicht erst nach acht Stunden und 450 Kilometern, sondern schon nach einer Stunde. Ein Umstand, bei dem ich mich noch um eine Lösung kümmern muss. Wie der Soziussitz ist? Das werde ich wohl nie erfahren, da ich niemals hinten Platz nehme – Angst sei Dank. Laut meiner Frau, die einmal für ca. 30 Kilometer in den „Genuss“ kam, eher suboptimal.

 

 

Schlussfolgerung

Was lernt man daraus? Man erwischt sich selbst einfach immer wieder dabei, wie man sich vorab seine Meinung bildet, ohne alle Hintergründe zu kennen. Aber es geht ja um das Bike…

Ich bin selten ein Motorrad gefahren, von dem ich schon nach den ersten Kilometern so angetan war. Ein absolut gelungenes Gesamtkonzept, welches in seinem Einsatzbereich auf ganzer Linie überzeugt. Die kleinen Kritikpunkte fallen dabei kaum ins Gewicht. Zumal sie schnell und günstig aus der Welt geschafft werden können. Zwar ruft BMW in der Basis stolze 15.450€ auf, aber dabei sollte man eines beachten: Das Motorrad ist ab Werk schon wirklich schick und die Performance ist tadellos. Entscheidet man sich für ein Zweirad, welches vielleicht ein paar Euro günstiger ist, dann sollte man dabei aber bedenken, dass man mit ziemlicher Sicherheit mehr investieren muss, um auf das gleiche Level zu kommen. Und dann steht unter dem Strich die gleiche Zahl. Mal komplett abgesehen vom Werterhalt einer gepflegten Maschine aus München.

Official Motorcycle And Car Trailer | 2019

2020 wurde unser „alter“ Trailer aus dem Jahr 2019 durch einen neuen ausgetauscht.
Aber da dieser sicherlich nicht zum alten Eisen gehört fänden wir es schade, wenn dieser in der Versenkung des World Wide Web einfach verschwinden würde.

Deshalb findet sich das gute Stück weiterhin auf unserer Seite – jetzt eben in der Gesellschaft unserer weiteren News.

 

Die „World of Bike“ fragt, wir antworten

Wenn man sich in der Motorrad-Branche herumtreibt, dann ist einem höchstwahrscheinlich das Magazin „World of Bike“ ein Begriff. Jeden Monat versorgt das kompetente und sympathische Team die Leser mit interessanten Themen rund um motorisierte Zweiräder.

Wir hatten die Ehre, uns den Fragen der Redaktion zum Thema Marketing zu stellen und wollen euch dieses Interview natürlich nicht vorenthalten.

 

WoB: Isabell und Sebastian, bevor wir einsteigen: Was steckt hinter Eurem Firmennamen?

RaW: Um es kurz zu sagen: Wir Zwei. Zurückzuführen ist das auf einen Song mit ähnlichem Titel, der uns in unserer Kennenlernphase über den Weg gelaufen ist. Der Text hat einfach auf unsere Beziehung zueinander gepasst und er begleitet uns noch heute. Das kann man sich in etwa vorstellen wie Bonnie und Clyde, nur ohne das ganze Chaos, das man mit denen verbindet – „Zwei gegen das schlechte Marketing!“

 

WoB: Marketing ist unbestritten ein weites Feld. Was ist für Euch gutes Marketing, welche Elemente sollte es enthalten, welche Handlungsfelder sollten unbedingt besetzt sein?

RaW: Um gutes Marketing zu erreichen müssen viele Punkte beachtet werden. Hier muss auch von Branche zu Branche unterschieden werden, was es am Ende des Tages wirklich gut macht. Für die Zwei- und Vierradbranche gelten aber vor allem drei Dinge ganz besonders: Emotion, Leidenschaft und Authentizität. Zudem sollte es im Kopf bleiben, „anders“ sein und auch etwas Mut zeigen. Die Handlungsfelder kann man nicht pauschalisieren. Das hängt zu stark vom einzelnen Projekt, dem Kunden und dem festgelegten Ziel ab. Hier ist es wichtig einen möglichst perfekten Mix aus den unterschiedlichsten Medien herauszuarbeiten und diese miteinander zu kombinieren, um ein stimmiges Gesamtes zu erhalten. Ein Appell, den man hier immer anbringen sollte: Bitte konzentriert euch nicht nur auf den Bereich Online, auch wenn es immer wieder propagiert wird, dass dies der Schlüssel zu allem in der Werbung ist. Das ist schlichtweg gelogen und unseriös.

 

WoB: In Sachen Marketing gibt der Motorrad-Fachhandel hierzulande nach unserer Beobachtung ein sehr uneinheitliches Bild ab. So manche Händler sind sehr aktiv in Sachen Eigendarstellung und Vermarktung ihrer Produkte, andere beschränken sich auf das Aufsperren ihres Ladens. Könnt Ihr Euch diese Passivität erklären? Und wie könnte man – respektive: könntet ihr – Abhilfe schaffen? Was ist Euer Kernargument pro Marketing?

RaW: Aufgrund unseres Wissens im Marketing und dem Wissen um den Nutzen können wir es nur schwer nachvollziehen. Gehen wir emphatisch an die Frage heran, können wir verstehen, dass der Kostenfaktor für den ein oder anderen sicherlich eine Rolle spielt. Verbunden damit, als Laie das Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen schwerer identifizieren zu können, ist diese Zurückhaltung erklärbarer. Marketing darf nicht kurzfristig betrachtet werden, sondern es stellt einen Prozess über einen längerfristigen, dauerhaften Zeitraum dar. Das macht es teilweise für Viele nochmals schwerer greifbar. Abhilfe kann man hier schaffen, wenn man Kunden detailliert mit in das Thema einbezieht, es ihnen verständlich und auf Augenhöhe erklärt, ohne ständig mit Fachbegriffen zu jonglieren, die man als Außenstehender eh nicht versteht, nur um „professionell“ zu wirken. Eine ehrliche Kommunikation, die die Vorteile auch anhand von Beispielen greifbar macht. Wir möchten niemanden dazu zwingen, etwas zu tun, das er partout nicht will! Aber mit auf den Weg geben: „Es macht einfach Sinn!“ Und richtig angewendet bringt es natürlich deutlich mehr ein, als es kostet!“ Oder frei nach Henry Ford: „Wer nicht wirbt, der stirbt!“. Betrachtet man Marketing getriebene Unternehmen zeigen diese, dass es mit einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg eines Unternehmens ist.

 

WoB: Was sind die Besonderheiten im Marketing des Zweirad-Fachhandels? Wo lauert eventuell Ungemach? Und wo winken Chancen?

RaW: Der Transport der Emotion! Kaum einer kauft ein Motorrad aufgrund einer rationalen Entscheidung, sondern weil man einfach Bock darauf hat. Weil die Leidenschaft, die Gefühle, das Herz und der Bauch einem mitteilen, dass man es einfach tun muss. Daher lauert Ungemach darin, dass das Marketing diese wichtigen Elemente nicht enthält und somit nicht den gewünschten Erfolg erzielt. Auf der anderen Seite ist das eine große Chance für ein sehr gutes Marketing. Dieser Umstand sorgt dafür, dass man noch kreativer sein kann und man sich nicht nur mit Fakten befassen muss, man noch mehr Möglichkeiten geboten bekommt und man sich immer wieder aufs Neue von der Masse abheben kann.

 

WoB: Euer Appell an die Branche?

RaW: Traut euch anders zu sein, nur so stecht ihr aus der Masse heraus und eure Kunden nehmen euch wahr. Schlagt auch einmal neue Wege ein und folgt nicht nur den schon vorhandenen Pfaden. Denkt an die Emotion, die Leidenschaft und die Authentizität, die ihr selbst ja auch jeden Tag lebt und die euch antreibt. Plant euer Marketing und lauft nicht einfach drauf los. Setzt auf Qualität, statt Quantität, vergesst die Kontinuität dabei aber nicht. Diese Liste kann man noch unendlich weiterführen! Das würde aber den Rahmen sprengen.

 

 

Wir danken der „World of Bike“ für die Zeit und das Interesse an einem Interview mit uns!

 

 

Riskieren anders zu sein

Vor ein paar Wochen waren wir auf der Fachtagung der Bike und Business in Würzburg, neben einem Stand, auch mit einem Vortrag zum Thema Marketing vertreten.
Zu jedem der, an dem Tag, gehaltenen Vorträge gibt es nun auch eine redaktionelle Zusammenfassung.
Wir müssen sagen, die 20 Minuten werden in den Zeilen auf den Punkt wiedergegeben!

Vielen Dank an Selina Pellner, für die damit verbundene Arbeit!

 

 

Emotionen wecken, Kundenerwartungen übertreffen und aus der Masse stechen. Darum geht es im Marketing. Den Begriff kennt heute jeder. Bei der Umsetzung kommt es meist dennoch zu vermeidbaren Fehlern, weiß Isabell Bolligs von Rabbit and Wolf.

 

Der Motorradhändler Michael steht in der lichtdurchfluteten Verkaufshalle seines neuen Harley-Shops. Der ledrige Geruch der Motorradsitze steigt ihm in die Nase. Beim Anblick des Schriftzugs „Michas Harleys“ über der gläsernen Eingangstür bekommt er Gänsehaut. Michael ist sich sicher: Das wird sein Jahr! Im Januar kündigte er seinen langjährigen Job in einer Kfz-Werkstatt, um sich selbstständig zu machen. Der Biker hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Durch seine Erfahrungen in der Werkstatt weiß er, dass Kunden nicht von allein kommen. Deshalb hat er sich ein Budget für Marketing-Maßnahmen zusammengespart – trotzdem bleibt der Erfolg aus.

Michael fühlt sich gut vorbereitet. Man sagte ihm, dass im digitalen Zeitalter nichts mehr ohne soziale Medien geht, weshalb er bereits einen Workshop zum Thema Social Media Marketing besuchte. Noch vor Eröffnung seines Motorradladens erstellte er hochmotiviert einen Facebook- und Instagram-Account. Bestimmt findet er im Betrieb ab und an Zeit, Bilder und Videos hochzuladen, denkt er sich. Auf dem Workshop lernte Michael, dass heutzutage wirklich jeder in Social Media vertreten ist. Eine Chance aber auch sehr viel Druck. Warum er die Social-Media-Kanäle braucht, weiß er trotzdem nicht so genau. Wenn es alle machen, wird es schon richtig sein. Seine Bilder werden sicherlich ein paar Kunden gefallen.

Isabell Bolligs ist Gesellschafterin von Rabbit and Wolf, eine auf Motorräder spezialisierte Marketing- und Consultingagentur. Sie gehört selbst zur Biker-Szene. Die Motorradfahrerin mit den granatapfelroten Haaren und dem bunten Halstattoo erklärt: „Eine gute Mediaplanung ist das A & O für erfolgreiches Marketing“. Dabei sind vier Eigenschaften unentbehrlich: Kontinuität, Konsistenz, Konsequenz und Kompetenz. Medienkanäle müssen also regelmäßig und gleichwertig mit Inhalten versorgt werden. Nur so hinterlässt man bei der Zielgruppe einen kompetenten Eindruck. Ebenso wichtig ist es, seine Zielgruppe zu überraschen, emotional zu packen und ihre Erwartungen zu übertreffen. Es reicht nicht aus, seine Zielgruppe nur zufrieden zu stellen. Die Grundlage hierfür ist es, die Zielgruppe zu kennen und zu wissen, wie sie erreicht werden kann. Die Auswahl der richtigen Medien spielt dabei eine besondere Rolle. Durch die stetig wachsende Medienlandschaft ist es immer wichtiger, passende Medienkanäle zu finden, zu analysieren und erfolgreich zu verwenden. Durch den andauernden Online-Trend wird „Print“ oft vergessen, betont Sebastian Bolligs, ebenfalls Gesellschafter von Rabbit and Wolf. Und das hat verheerende Folgen: Die eigentliche Zielgruppe wird online nicht erreicht.

Auch Michael erreicht seine Harley-Liebhaber nicht vorrangig über soziale Medien.

Von seinem Freund Bernd bekommt Michael den Tipp, eine Werbeanzeige in der lokalen Tageszeitung zu schalten. Michael befolgt seinen Rat – einen Werbetext hat er bislang jedoch noch nie geschrieben. Formell schreibt er: „Über Ihren Besuch würde ich mich sehr freuen“, um seriös zu wirken. In der nächsten Ausgabe der Tageszeitung findet er stolz sein einspaltiges, sechszeiliges Werk neben 20 weiteren Werbeanzeigen wieder – alle schwarzweiß und im ähnlichen Format.

Gutes Marketing bedeutet, aus der Masse hervorzustechen

Das eigene Alleinstellungsmerkmal herauszuarbeiten hält Marcus Hillenbrand, Teamleiter des Vertriebsaußendiensts und Händlermanagements von Kawasaki Motors Europe, für die größte Herausforderung im Marketing. Die Tonalität muss sich von den Mitbewerbern abheben und gleichzeitig auf Augenhöhe mit der Zielgruppe sein. Laut Isabell Bolligs ist es deshalb umso wichtiger, neben seiner Zielgruppe, potentielle Mitbewerber zu kennen. Außerdem ist einer erfolgreichen Mediaplanung die Definition von Werbezielen vorausgesetzt. Soll das Marketing zur Imagebildung, Neukundenakquise oder Kundenbindung dienen?

Michael wird langsam unsicher. Auf seinen Social-Media-Kanälen hat er schon ein-, zweimal Bilder veröffentlicht, aber besonderen Anklang finden diese nicht. Er fragt sich, ob er sein Budget für einen teuren Werbefilm ausgeben sollte. Sein Erspartes wäre zwar dahin, jedoch würde er sich von anderen Motorradhändlern in der Nähe abheben. Auch seine Zielgruppe würde er besser erreichen. Wenn der Werbespot gut ist, würde er als Maßnahme für die nächste Zeit bestimmt ausreichen – oder?

„Schlechtes Marketing heißt pures Geld verbrennen“, vergleicht Isabell Bolligs. Es ist wichtig darauf zu achten, das Geld effizient einzusetzen. Um die Kontinuität und Konsistenz zu wahren, ist es sinnvoller, sein Budget für einen längeren Zeitraum und kleinere Maßnahmen, als einmal für eine große Werbemaßnahme einzuplanen. Relevante Werbeträger werden mittels Analysen bestimmt. Dabei ist es eine große Herausforderung „die Balance zu finden zwischen Digital und Print“, sagt Thomas Timmen, Außendienstmitarbeiter der MSA Weiden. Auf die Suche nach passenden Werbeträgern folgt das Einholen von Angeboten für Werbeplätze. Auch an dieser Stelle empfiehlt Bolligs langfristig zu planen. Die Verhandlungsbasis bei langfristiger Planung sei oft günstiger. Trotzdem sollte ein zeitlicher Rahmen gesetzt und zudem überlegt werden, wie lange eine Maßnahme sinnvoll ist. Außerdem ist es wichtig, den Erfolg einer Maßnahme durch bestimmte Kennzahlen zu kontrollieren. Nur so kann eine Marketing-Strategie immer wieder optimiert werden.

Eine erfolgreiche Mediaplanung bedeutet, weniger Werbeetat zu benötigen – etwa durch weniger Streuverluste bei Werbemaßnahmen. Darüber hinaus spart eine vorausgehende Mediaplanung Zeit bei der Umsetzung dieser Maßnahmen. Bei der Erstellung eines Mediaplans bleibt dennoch zu beachten: „Mediaplanung kann man nicht übers Knie brechen. Freiraum für Kreativität muss sein“, so Sebastian Bolligs.

Michael wird zukünftig einen Marketing-Dienstleister mit seiner Mediaplanung beauftragen. Er möchte sein Erspartes lieber in die Hände von Experten geben, anstatt weiter sein Erspartes zu verbrennen. Er weiß jetzt, dass hinter einer guten Mediaplanung mehr steckt, als er dachte. Instagram, Facebook und Co. sind eben keine Allheilmittel.

Vier Fragen – Vier Antworten

Auf der Fachtagung der Bike und Business ist neben unserem Vortrag auch ein kurzes Webcast-Interview entstanden.

Wir sind der Meinung, dass die Fragen der Redaktion super gewählt wurden, da diese die größte „Problematik“ im Marketing widerspiegeln!

Wer sich nun denkt, „Ach, super! Da bekomme ich endlich einmal das Geheimrezept für meine Werbung…“, den müssen wir leider enttäuschen.
Der Grund dafür ist aber ganz einfach:
Es gibt einfach kein allgemein gültiges Rezept, welches für jedes Unternehmen und für jedes verfolgte Ziel funktioniert – und das wird es wohl auch niemals geben!

PS: Besonders stolz sind wir darauf, dass das Video nach ca. fünf Minuten bereits einen Daumen nach unten und einen negativen Kommentar bekommen hat!

 

Bonnie & Clyde

Vor gut einem Jahr hatten wir Besuch von „Rusty Nail Motors“ – dem Magazin für Petrolheads. Aus dem Treffen wurde kurzerhand eine Story, die es sogar in das Dezember-Heft 2018 geschafft hat. Neben wirklich schicken Bildern haben die Jungs sich auch textlich mächtig ins Zeug gelegt und einen wirklich schicken Artikel gezaubert.

In der Zwischenzeit ist viel passiert und entstanden. Die Zeilen drücken aber natürlich immer noch aus, was uns antreibt und auch umtreibt. Wer sich noch nicht ganz sicher ist ob wir auch wirklich so bekloppt sind, was Mopeten und Autos angeht, kann sich hier nochmal den Beweis aus dritter Hand einholen.

Viel Spaß beim Lesen!

Im Profil: Isabell

Was ist dein Part bei Rabbit and Wolf?

Ich würde jetzt nicht einen genauen Part auf mich alleine beziehen. Jedoch habe ich mich auf die Bereiche Verkaufstraining, Kundenservice und Ladeneinrichtung spezialisiert.

Wie kam es dazu, Teil dieser Firma zu werden?

Die Affinität zu Motorrädern und Autos hat sich schon in meiner Kindheit bemerkbar gemacht. Die Begegnung mit Sebastian damals hat es noch deutlich intensiviert. Wenn sich zwei Personen für ein Hobby oder eine Leidenschaft begeistern, jeder seine beruflichen Erfahrungen mitbringt, dann ergibt das zusammen ein sehr schönes „Ganzes“.

Was in deinem Leben hat den Grundstein für diesen beruflichen Weg geebnet?

Meine beruflichen Stationen im Handel, im Verkauf und der Logistik haben mich dazu gebracht, mich auf die genannten Bereiche zu spezialisieren. Da die Fortbewegung mit motorisierten zwei- und vierrädrigen Gefährten eine meiner größten Leidenschaften ist, hat sich das eigentlich fast von alleine ergeben.

Woher kommt deine Leidenschaft zu Motorrädern und Autos?

Angefangen hat dies bereits vor vielen Jahren, als ich in meiner Jugend angefangen habe mich auf einer Simson S50 fortzubewegen. Der Geruch, der Klang, das Freiheitsgefühl trotz fehlender Leistung – das hat mich sofort fasziniert. Mit 15 habe ich dann zusätzlich noch damit angefangen, einem damaligen Freund beim Lackieren und Reparieren von Motorrädern und Autos zu helfen. Dreckige Finger, Werkstattflair und die gute Zeit, die man dabei hat, ist in meinen Augen unbezahlbar. Und dann noch dieses Gefühl, wenn man das Ergebnis sieht, welches man mit seinen eigenen Händen erarbeitet hat – einfach super!

Wie viel Raum nimmt diese Leidenschaft in deinem Leben ein?

Es erstreckt sich über mein komplettes Leben. Ob es die Mopeten im Wohnzimmer neben der Couch sind, der Familienurlaub kombiniert mit Motorradfahren oder die Freizeit, gefüllt mit allen Themen rund um Motorräder und Autos. Wenn möglich, nehmen wir auch jedes Treffen und jede Veranstaltung im vertretbaren Umkreis mit.

Was kannst Du uns über deine persönlichen Zukunftspläne verraten?

Ich bin ehrlich – ich habe keine genau definierten Zukunftspläne. Es sind die ganz normalen Dinge, welche ich mir für die Zukunft wünsche – Gesundheit, Spaß, eine gute Zeit. Und natürlich würde es mich glücklich machen, wenn Rabbit and Wolf viele Kunden mit ihrer Arbeit noch weiter nach vorne bringen kann.

Hast du ein bestimmtes Ziel, dass du mit Rabbit and Wolf verfolgst?

Mein persönliches Ziel ist es, so viel Vertrauen gegenüber den Kunden aufzubauen, um eine Zusammenarbeit entstehen zu lassen, die auf Augenhöhe und hervorragenden Ergebnissen beruht.

Auf was könntest du in deinem Leben nicht verzichten?

Die Frage ist ziemlich leicht zu beantworten. Hier gibt es jedoch mehrere Dinge, auf die ich nicht verzichten möchte. Ganz klar, steht an erster Stelle die Familie. Natürlich möchte ich auch weiterhin meine Leidenschaft ausleben können, mich in neue Abenteuer stürzen und die Natur genießen dürfen.

Wenn du dich selbst in der Vergangenheit anrufen könntest – in welcher Situation wäre das und was würdest du dir sagen?

Jeder Mensch hat Tiefpunkte in seinem Leben und muss gewisse Situationen durchstehen. Ich bin der Meinung, alles hat seinen Grund. Wenn ich mich selbst in der Vergangenheit anrufen könnte, dann wäre es in einer Zeit, in der ich selbst nicht mehr weiter wusste. Ich würde mir sagen: „Hey, lass den Kopf nicht hängen! Die Zukunft hat noch einiges zu bieten, auf das es sich zu warten lohnt!“