BMW R nineT – Ein Testbericht

Wie alles begann 

Es war das Jahr 2019, als der östrogene Teil von Rabbit and Wolf sich bei ihrem damaligen Arbeitgeber spontan eine BMW R nineT ausgeliehen hat. Einfach mal so. Zum Ausprobieren.
Was dann passiert ist, kennt sicherlich jeder Motorradfahrer aus eigener Erfahrung. Man setzt sich auf einen Bock und hat sofort das Gefühl: „Oh ja, das ist genau mein Bike!“. Oder im Umkehrschluss: „Ne, ist zwar schön anzusehen, aber wir passen einfach nicht zusammen!“. Eigentlich wie in anderen Lebensbereichen auch. Optisch super, aber nach dem ersten Ritt doch nicht überzeugend.

Nachdem dann eine brandneue R nineT, in unserem Wohnzimmer, auf den Beginn der neuen Saison wartete, ist vermutlich klar, welche Emotion die Probefahrt auslöste.

Tja, und wenn da etwas mit zwei Rädern auf einmal vor mir steht und ich den Schlüssel in der Hand habe, da kann ich dann ja auch nicht anders, und muss das Ding mal fahren.

Welche Eindrücke die Bayerin bei mir hinterlassen hat, das erfahrt ihr im folgenden Testbericht.

Aber zuerst noch eine kurze Anmerkung:
Wann hat BMW dieses Modell das erste Mal auf den Markt gebracht? Was hat sich zum Vorgängermodell verändert? Wie ist sie im Vergleich zu anderen Mopeds dieser Kategorie?
Ganz ehrlich – die Daten und Fakten wissen die meisten doch eh schon, wenn sie sich für diese Gattung an Motorrad interessieren. Und Vergleiche sind aus meiner Sicht meist eh nur Worte ohne viel Mehrwert. Es geht um dieses eine Bike. Seine Vor- und Nachteile. Nicht darum, was andere Hersteller besser, schlechter oder anders machen.
Am Ende sind für den Kauf einer Mopete doch nicht die Fakten ausschlaggebend, sondern dass Zweirad und Fahrer perfekt zusammenpassen und sie sich „verstehen“.

 

 

Der erste Eindruck

 … ist entscheidend! Oder manchmal auch nicht…
Schon bei der Markteinführung war ich nicht ganz überzeugt. Und dieser Eindruck ist bis Ende des vergangenen Jahres immer geblieben. Aber eigentlich nur wegen einem Detail: Der Boxer. Nicht wegen dem Sound oder der Charakteristik. Sondern einfach wegen der Optik. Für mich sollten die ganzen „Heritage“- Bikes, Cafe Racer, Scrambler und was es mittlerweile noch alles für Nischenbezeichnungen gibt, eine schlanke Linie haben. Warum? Keine Ahnung… So war es einfach immer in meinem Kopf. Aber mittlerweile ist es mit der nineT wie bei einem guten Album: Je öfter man die Songs hört, desto besser werden sie. Und nachdem die BMW ja jetzt zur Familie gehört, sehe ich sie relativ häufig. Und ich muss sagen, mit jedem Tag mag ich ihr Äußeres immer mehr. Sei es nun die Einarmschwinge inkl. Speichenrad (unglaublich sexy!), das schlanke Heck (mmmmhhhhhh!) oder der, für diese Motorradart, recht große Tank (wunderschön!).
Alles ist schön clean, aufgeräumt und passt zusammen. Da scheint sich jemand tatsächlich Gedanken gemacht zu haben, dass sich kein Detail in den Vordergrund drängt und damit den Gesamteindruck stört. Purismus pur! So, wie es für so ein Motorrad sein sollte.

Ok, natürlich gibt es auch was zu meckern. Der Kennzeichenhalter ist, wie bei jedem Bike im Auslieferungszustand, einfach zu ausladend und wirkt billig. So auch die Sitzbank. Der Bezug sieht aus, wie eine schmierige Einkaufstasche aus Recyclingmaterial. Ja, das ist Jammern auf hohem Niveau und kann sehr einfach und schnell angepasst werden. Aber nur in den Himmel loben wäre unrealistisch.

Da wären wir auch schon beim Thema Individualisierbarkeit. Schwieriges Thema. Nicht, weil die Basis schlecht ist, oder weil man keine anständigen Teile bekommt. Ganz im Gegenteil. Die Baiuwarin ist dafür absolut großartig geeignet. Und es gibt Teile noch und nöcher. Und das ist das Problem! Für was soll man sich entscheiden?! Eigentlich könnte man sich gleich fünf R nineTs kaufen und man hätte immer noch Zubehörteile im Kopf, die man gerne kaufen und verbauen würde.

Klar, es gibt auch Mopedfahrer, die für ein individualisiertes Bike nicht gleich so tief in die Tasche greifen wollen, dass sie ihre Schwiegermutter verpfänden müssen. Und auch dazu eignet sie sich hervorragend. Es muss nicht viel gemacht werden und schwupps – „neues“ Bike. Schaut euch im Netz nur mal R nineTs an, bei denen einfach nur alle Aluteile geschwärzt wurden. Sieht gleich nach einem Bike aus, das auch Batman in seiner Garage parken würde.

 

 

Das Herzstück

Eine Wucht! Hat jemand mit einer anderen Einschätzung gerechnet? Wäre etwas verwunderlich, wenn BMW ihre Kernkompetenz des Motorenbaus nicht beherrschen würde. Was war nochmal die Bedeutung der Abkürzung „BMW“?

Für die heutige Zeit klingen 110 PS vielleicht nicht nach viel. PS lassen eh „nur“ die Nadel auf dem Tacho noch weiter im Uhrzeigersinn wandern. Für die Rennstrecke sinnig. Da wird man sie aber wohl eher nicht hin entführen. Auf der Landstraße stehen das Drehmoment und der Hubraum viel eher im Fokus. Auch hier kann man jetzt mit Zahlen, wie 116 Nm und 1170 ccm, herumwirbeln. Und was sagt uns das? Wenn man nicht auch noch die Übersetzung, das Gewicht, etc. mit einbezieht, rein gar nix.

Was aber interessant ist, was diese Zahlen im Bauch und Gesicht des Fahrers auslösen.
Die Antwort: Kribbeln und Grinsen! Auch aus dem unteren Drehzahlbereich schiebt sie sich und ihren Reiter aus jeder Ecke kraftvoll raus und sorgt für Lachfalten. Langsamen Rentner im Fiat Punto vor dir und keinen Bock vor dem Überholen runter zu schalten? Kein Problem. Einfach Gashahn auf und das Ding zerrt einem die Arme in die Länge. Ein ungutes Gefühl, diese Kraft nicht mehr im Griff zu haben, tritt aber nie auf. Kein abrupter Punch, der einem bei einer gewissen Drehzahl, so eine Nackenschelle verpasst, dass man gleich seinen Orthopäden aufsuchen muss. Die einen würden es als emotionslos beschreiben. Und genau die macht man, dank dieser Charakteristik, an einem Bergpass nass. Und allein das seitliche Schaukeln des gesamten Bikes beim Starten, Gas geben im Stand und beim Abschalten des Motors sind pure Emotion. Diese seitlichen Kräfte können, wenn man das Bike gerade erst kennen lernt, für einen kurzen „Schreck“ sorgen. Nämlich, wenn man in der Kurve in Schräglage einen Schaltvorgang durchführt. Durch die Unterbrechung des Kraftschlusses „zuckt“ die Dame kurz. Dies sorgt, einen Bruchteil einer Sekunde, für ein Gefühl, sie würde leicht aus der Spur geraten. Tut sie aber nicht.

Irgendwo müssen die Überschüsse dieser kraftvollen Verbrennungsvorgänge am Ende ihren Weg in die Freiheit finden. In diesem Fall führt dieser durch einen Topf von Akrapovic, den der nette BMW-Mitarbeiter direkt zur Auslieferung montiert. Und ich muss sagen – schön! Wirklich schön! Dem einzigartigen Boxer-Sound wird damit bestens gehuldigt, ohne die momentanen Diskussionen um Lärmbelästigung durch Motorräder noch weiter anzuheizen. Und optisch auch vollkommen in Ordnung. Wem der Sound, oder das Erscheinungsbild des slowenischen Topfes nicht zusagen, keine Sorge, es gibt auch in diesem Zubehörsortiment eine Auswahl, die kaum Grenzen kennt. Von einem Topf, über zwei Töpfe, Klappenanlage, oder auch nach oben verlegt. Hier bleiben keine Wünsche offen!

 

 

Sie fährt, schaltet und bremst

Und das „überraschend“ großartig. Dass sie sich fährt, wie ein Sack Nüsse, damit rechnet niemand. Aber dass man bei einem „Heritage“ – Bike das Gefühl hat, ein Naked-Bike zu pilotieren, das hat mich persönlich schon positiv überrascht. Die Upside-Down Telegabel und das Zentralfederbein sind nicht zu hart und nicht zu weich. Alle Unebenheiten werden einfach glatt gebügelt und auch in holprigen Kurven fährt sie wie auf Schienen. Besonders beeindruckt mich persönlich die Agilität, die man ihr optisch in der Art gar nicht zutrauen würde. Egal, ob man es ganz gemütlich angehen lässt, oder ihr auch mal die Sporen gibt. Sie fällt so spielerisch in die Kurven, dass man wahrscheinlich einen Schimpansen drauf setzen kann und der klebt am Pass dem Sportler vor ihm unaufhörlich am Heck. In Verbindung mit der Spurtreue fühlt es sich federleicht und sicher an. Nicht, wie wenn man mal lieber schon sein Testament geschrieben hätte. Und das bei einem Fahrwerk mit aktueller Werkseinstellung!

Ohne Getriebe auch keine Bewegung… Dieses schaltet butterweich, die Gänge bleiben da, wo sie sollen und nichts hakt oder kracht. Sogar den Leerlauf bekommt man eigentlich immer auf den ersten Versuch rein und man landet nicht gefühlte 100 Mal wieder im zweiten und dann wieder im ersten Gang. Nur manchmal will der Erste nicht immer sofort rein. Kurz die Kupplung loslassen, wieder ziehen und schon geht es in der Regel. Trotzdem schafft man es mit diesem Manko, sich an der Ampel kurzfristig beim Hintermann, der es in solchen Momenten ja immer eilig hat, unbeliebt zu machen.

Irgendwann muss der Schwung mal ausgebremst werden. Mit der Doppelscheibenbremse mit 4-Kolben-Festsattel vorne und der Einscheibenbremse inkl. Doppel-Kolben-Schwimmsattel hinten, kein Problem. Sehr gut zu dosieren. Vorne, wie hinten. Nicht zu weich, so dass man einen Krampf in Fingern und Zehen bekommt, weil man zu sehr reingrapschen muss, aber auch nicht zu giftig, dass man beim Einparken vor dem Café einen unfreiwilligen Stoppie zum Besten gibt.

 

 

Wie es sich anfühlt

Gut, wirklich richtig gut! Egal, ob man knapp unter 170 cm (durch Erzählung bestätigt) oder 187 cm groß ist. Der Kniewinkel ist bei jeglicher Art der Fortbewegung, ob entspannt oder sportlich, sehr angenehm. Auch nach längeren Strecken hat man nicht das Gefühl, dass man seine Knie nie wieder zu 100% ausstrecken könne. Kleine Personen kommen, dank der schmalen Sitzbank, ebenfalls problemlos mit beiden Füßen sauber auf den Boden und eine große Person wirkt nicht, wie auf dem Porzellanthron. Die Lenkerposition ist, wenn sich der Mechaniker genau an die Positionsmarkierungen hält, für meinen Geschmack etwas zu niedrig. Das wirkt sich auch etwas negativ auf die Agilität aus. Wenn man den Lenker aber ein paar Grad nach vorne dreht und die Armaturen an die neue Einstellung anpasst, hat man nach 15 Minuten mehrere „Probleme“ auf einen Schlag gelöst. Die Sitzposition wird etwas sportlicher, ohne dabei zu sehr nach vorne geneigt zu sitzen, und die R nineT fühlt sich gleich noch handlicher an. Vor allem bei langsamem Tempo. Ist ja kein Geheimnis, was breite, und eher nach vorne geneigte, Lenker bewirken.

Die Instrumente sind bei jedem Lichteinfall problemlos abzulesen. Analoger Technik sei Dank. Die digitalen Elemente fügen sich gut in das Gesamtbild ein und informieren über alle notwendigen Details. Ok, nachdem dieses Zweirad ja nicht mit allzu viel Schnickschnack auskommt, braucht man auch kein halbes Rechenzentrum im Cockpit. Und keinen VHS-Kurs, um überhaupt erstmal losfahren zu können.

Der kleine Wermutstropfen: Das Zündschloss ist direkt vor dem Tank montiert. Hat man neben dem Zündschlüssel noch einen weiteren, oder auch einen Anhänger, dann dengelt es während der Fahrt immer gegen den Lack und verkratzt diesen. Hier sollte man etwas aufpassen. Da man jedoch einen zweiten Schlüssel benötigt, um die Sitzbank entriegeln zu können, und man diesen wohl eher nicht gesondert mitnimmt, schmirgelt auf jeden Fall etwas. Und wenn es nur der Ring ist. Da bringt es auch nicht viel, dass der Schlüssel vom Sitz mit Gummi umschlossen ist.

Der große Wermutstropfen: Die Sitzbank. Keine Ahnung, ob das nur mir so geht. Aber es wird nach recht kurzer Zeit etwas „unkomfortabel“. Männer werden es kennen, wenn es langsam immer wohlig wärmer zwischen den Arschbacken wird, bis dann irgendwann die komplette Taubheit einsetzt. Und bei diesem Sitz nicht erst nach acht Stunden und 450 Kilometern, sondern schon nach einer Stunde. Ein Umstand, bei dem ich mich noch um eine Lösung kümmern muss. Wie der Soziussitz ist? Das werde ich wohl nie erfahren, da ich niemals hinten Platz nehme – Angst sei Dank. Laut meiner Frau, die einmal für ca. 30 Kilometer in den „Genuss“ kam, eher suboptimal.

 

 

Schlussfolgerung

Was lernt man daraus? Man erwischt sich selbst einfach immer wieder dabei, wie man sich vorab seine Meinung bildet, ohne alle Hintergründe zu kennen. Aber es geht ja um das Bike…

Ich bin selten ein Motorrad gefahren, von dem ich schon nach den ersten Kilometern so angetan war. Ein absolut gelungenes Gesamtkonzept, welches in seinem Einsatzbereich auf ganzer Linie überzeugt. Die kleinen Kritikpunkte fallen dabei kaum ins Gewicht. Zumal sie schnell und günstig aus der Welt geschafft werden können. Zwar ruft BMW in der Basis stolze 15.450€ auf, aber dabei sollte man eines beachten: Das Motorrad ist ab Werk schon wirklich schick und die Performance ist tadellos. Entscheidet man sich für ein Zweirad, welches vielleicht ein paar Euro günstiger ist, dann sollte man dabei aber bedenken, dass man mit ziemlicher Sicherheit mehr investieren muss, um auf das gleiche Level zu kommen. Und dann steht unter dem Strich die gleiche Zahl. Mal komplett abgesehen vom Werterhalt einer gepflegten Maschine aus München.

Official Motorcycle And Car Trailer | 2019

2020 wurde unser „alter“ Trailer aus dem Jahr 2019 durch einen neuen ausgetauscht.
Aber da dieser sicherlich nicht zum alten Eisen gehört fänden wir es schade, wenn dieser in der Versenkung des World Wide Web einfach verschwinden würde.

Deshalb findet sich das gute Stück weiterhin auf unserer Seite – jetzt eben in der Gesellschaft unserer weiteren News.

 

#BlickrichtungVorwärts | Hilfsmittel für schwierige Zeiten

#BlickrichtungVorwärts: Die Zeiten sind zeitweise keine einfachen. „Kopf-in-den-Sand-Stecken“ aber ist nie eine Option!
Besser: Aktiv werden und Pflöcke einschlagen – vor allem in der eigenen Kommunikation und Außendarstellung.

Aber wie?
Dafür haben wir in Kooperation mit der „World of Bike“ einen Leitfaden entwickelt, der euch in schwierigen Zeiten zur Seite stehen soll!

Wo bekommt ihr das gut Stück?

Genau hier:

Arbeitspapier

 

Oder auf der Seite der World of Bike unter folgendem Link:
https://world-of-bike.de/news/branche/2020/03/26/was-man-jetzt-als-handler-tun-kann-und-sollte.html

Du hast keine Lust so viel zu lesen? Kein Problem!
Nachfolgend findest du zu jedem Punkt des Arbeitspapiers einen kurzen Clip, der dir die Inhalte kurz und knapp erläutert.
Einfach runter scrollen und anhand der Headlines heraussuchen, welches Thema für dich interessant ist.

 

Die fünf größten Vorteile des Printmarketings

Leider werden die Kanäle der Printwerbung immer weiter verdrängt. Onlinemarketing liegt im Trend und wird fokussiert bespielt.
Trugschlüsse, falsche Behauptungen, Unwissenheit und sogar unseriöse Angebote im Netz tragen dazu einen großen Teil bei.

Trotzdem wird „Print“ niemals aussterben, auch wenn es gerade schwere Zeiten durchmacht!
Dazu hat es viel zu viele Vorteile! Die fünf wichtigsten haben wir in einem kurzen Video zusammengetragen.

 

Die „World of Bike“ fragt, wir antworten

Wenn man sich in der Motorrad-Branche herumtreibt, dann ist einem höchstwahrscheinlich das Magazin „World of Bike“ ein Begriff. Jeden Monat versorgt das kompetente und sympathische Team die Leser mit interessanten Themen rund um motorisierte Zweiräder.

Wir hatten die Ehre, uns den Fragen der Redaktion zum Thema Marketing zu stellen und wollen euch dieses Interview natürlich nicht vorenthalten.

 

 

WoB: Isabell und Sebastian, bevor wir einsteigen: Was steckt hinter Eurem Firmennamen?

RaW: Um es kurz zu sagen: Wir Zwei. Zurückzuführen ist das auf einen Song mit ähnlichem Titel, der uns in unserer Kennenlernphase über den Weg gelaufen ist. Der Text hat einfach auf unsere Beziehung zueinander gepasst und er begleitet uns noch heute. Das kann man sich in etwa vorstellen wie Bonnie und Clyde, nur ohne das ganze Chaos, das man mit denen verbindet – „Zwei gegen das schlechte Marketing!“

 

WoB: Marketing ist unbestritten ein weites Feld. Was ist für Euch gutes Marketing, welche Elemente sollte es enthalten, welche Handlungsfelder sollten unbedingt besetzt sein?

RaW: Um gutes Marketing zu erreichen müssen viele Punkte beachtet werden. Hier muss auch von Branche zu Branche unterschieden werden, was es am Ende des Tages wirklich gut macht. Für die Zwei- und Vierradbranche gelten aber vor allem drei Dinge ganz besonders: Emotion, Leidenschaft und Authentizität. Zudem sollte es im Kopf bleiben, „anders“ sein und auch etwas Mut zeigen. Die Handlungsfelder kann man nicht pauschalisieren. Das hängt zu stark vom einzelnen Projekt, dem Kunden und dem festgelegten Ziel ab. Hier ist es wichtig einen möglichst perfekten Mix aus den unterschiedlichsten Medien herauszuarbeiten und diese miteinander zu kombinieren, um ein stimmiges Gesamtes zu erhalten. Ein Appell, den man hier immer anbringen sollte: Bitte konzentriert euch nicht nur auf den Bereich Online, auch wenn es immer wieder propagiert wird, dass dies der Schlüssel zu allem in der Werbung ist. Das ist schlichtweg gelogen und unseriös.

 

WoB: In Sachen Marketing gibt der Motorrad-Fachhandel hierzulande nach unserer Beobachtung ein sehr uneinheitliches Bild ab. So manche Händler sind sehr aktiv in Sachen Eigendarstellung und Vermarktung ihrer Produkte, andere beschränken sich auf das Aufsperren ihres Ladens. Könnt Ihr Euch diese Passivität erklären? Und wie könnte man – respektive: könntet ihr – Abhilfe schaffen? Was ist Euer Kernargument pro Marketing?

 

RaW: Aufgrund unseres Wissens im Marketing und dem Wissen um den Nutzen können wir es nur schwer nachvollziehen. Gehen wir emphatisch an die Frage heran, können wir verstehen, dass der Kostenfaktor für den ein oder anderen sicherlich eine Rolle spielt. Verbunden damit, als Laie das Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen schwerer identifizieren zu können, ist diese Zurückhaltung erklärbarer. Marketing darf nicht kurzfristig betrachtet werden, sondern es stellt einen Prozess über einen längerfristigen, dauerhaften Zeitraum dar. Das macht es teilweise für Viele nochmals schwerer greifbar. Abhilfe kann man hier schaffen, wenn man Kunden detailliert mit in das Thema einbezieht, es ihnen verständlich und auf Augenhöhe erklärt, ohne ständig mit Fachbegriffen zu jonglieren, die man als Außenstehender eh nicht versteht, nur um „professionell“ zu wirken. Eine ehrliche Kommunikation, die die Vorteile auch anhand von Beispielen greifbar macht. Wir möchten niemanden dazu zwingen, etwas zu tun, das er partout nicht will! Aber mit auf den Weg geben: „Es macht einfach Sinn!“ Und richtig angewendet bringt es natürlich deutlich mehr ein, als es kostet!“ Oder frei nach Henry Ford: „Wer nicht wirbt, der stirbt!“. Betrachtet man Marketing getriebene Unternehmen zeigen diese, dass es mit einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg eines Unternehmens ist.

 

WoB: Was sind die Besonderheiten im Marketing des Zweirad-Fachhandels? Wo lauert eventuell Ungemach? Und wo winken Chancen?

RaW: Der Transport der Emotion! Kaum einer kauft ein Motorrad aufgrund einer rationalen Entscheidung, sondern weil man einfach Bock darauf hat. Weil die Leidenschaft, die Gefühle, das Herz und der Bauch einem mitteilen, dass man es einfach tun muss. Daher lauert Ungemach darin, dass das Marketing diese wichtigen Elemente nicht enthält und somit nicht den gewünschten Erfolg erzielt. Auf der anderen Seite ist das eine große Chance für ein sehr gutes Marketing. Dieser Umstand sorgt dafür, dass man noch kreativer sein kann und man sich nicht nur mit Fakten befassen muss, man noch mehr Möglichkeiten geboten bekommt und man sich immer wieder aufs Neue von der Masse abheben kann.

 

WoB: Euer Appell an die Branche?

RaW: Traut euch anders zu sein, nur so stecht ihr aus der Masse heraus und eure Kunden nehmen euch wahr. Schlagt auch einmal neue Wege ein und folgt nicht nur den schon vorhandenen Pfaden. Denkt an die Emotion, die Leidenschaft und die Authentizität, die ihr selbst ja auch jeden Tag lebt und die euch antreibt. Plant euer Marketing und lauft nicht einfach drauf los. Setzt auf Qualität, statt Quantität, vergesst die Kontinuität dabei aber nicht. Diese Liste kann man noch unendlich weiterführen! Das würde aber den Rahmen sprengen.

 

 

Wir danken der „World of Bike“ für die Zeit und das Interesse an einem Interview mit uns!

 

 

Riskieren, anders zu sein

Vor ein paar Wochen waren wir auf der Fachtagung der Bike und Business in Würzburg, neben einem Stand, auch mit einem Vortrag zum Thema Marketing vertreten.
Zu jedem der, an dem Tag, gehaltenen Vorträge gibt es nun auch eine redaktionelle Zusammenfassung.
Wir müssen sagen, die 20 Minuten werden in den Zeilen auf den Punkt wiedergegeben!

Vielen Dank an Selina Pellner, für die damit verbundene Arbeit!

Hier geht es zum Originalartikel auf der Seite der „bike und business“:
https://www.bikeundbusiness.de/rabbit-and-wolf-riskieren-anders-zu-sein-a-891438/

 

 

 

Woran man unseriöse Werbeagenturen schnell und sicher erkennt

Jede Branche hat seine schwarzen Schafe. Seit geraumer Zeit tummeln sich auch im Bereich des Marketings immer mehr davon! Besser gesagt, sie vermehren sich wie Ungeziefer.
Nicht nur, dass sie damit ihrer Umwelt den letzten Nerv rauben – nein, sie rauben ihren „Kunden“ auch ihr hart erarbeitetes Geld!

Daher haben wir hier ein paar der offensichtlichsten Punkte zusammengefasst, um unseriöse Angebote schneller identifizieren zu können.

Wer keine Lust hat, wem die Zeit fehlt, oder wer den Anblick der gezeigten Person nicht ertragen kann, hier die angesprochenen Punkte in Form von Stichpunkten:

 

1. Schlechte Webseiten
2. Inhalt der Seiten mit Fokus auf Geld, Terminvereinbarungen und Seminaren
3. Impressum / AGBs fragwürdig
4. Werbung auf Social Media Kanälen im Überfluss
5. Gesichter der Unternehmen im Social Web stark aktiv
6. Es wird lediglich Onlinemarketing angeboten
7. Es sind auf Kundenseite angeblich keine Vorkenntnisse notwendig
8. Keine echten Kundenstimmen oder negative Kommentare
9. Gekaufte Follower
10. „Unternehmer“ meist sehr jung
11. „Unternehmer“ treten in der Regel sehr „schmierig“ auf
12. Zeigen sich immer absolut „busy“
13. Sprechen lediglich über Geld, den eigenen Erfolg und Freiheit
14. Kommunikation ist stets voll von Übertreibungen
15. Texte sind gespickt mit einer Vielzahl an Emojis

 

Vier Fragen – Vier Antworten

Auf der Fachtagung der Bike und Business ist neben unserem Vortrag auch ein kurzes Webcast-Interview entstanden.

Wir sind der Meinung, dass die Fragen der Redaktion super gewählt wurden, da diese die größte „Problematik“ im Marketing wiederspiegeln!

Wer sich nun denkt, „Ach, super! Da bekomme ich endlich einmal das Geheimrezept für meine Werbung…“, den müssen wir leider enttäuschen.
Der Grund dafür ist aber ganz einfach:
Es gibt einfach kein allgemein gültiges Rezept, welches für jedes Unternehmen und für jedes verfolgte Ziel funktioniert – und das wird es wohl auch niemals geben!

PS: Besonders stolz sind wir darauf, dass das Video nach ca. fünf Minuten bereits einen Daumen nach unten und einen negativen Kommentar bekommen hat!

 

Bonnie & Clyde

Vor gut einem Jahr hatten wir Besuch von „Rusty Nail Motors“ – dem Magazin für Petrolheads. Aus dem Treffen wurde kurzerhand eine Story, die es sogar in das Dezember-Heft 2018 geschafft hat. Neben wirklich schicken Bildern haben die Jungs sich auch textlich mächtig ins Zeug gelegt und einen wirklich schicken Artikel gezaubert.

In der Zwischenzeit ist viel passiert und entstanden. Die Zeilen drücken aber natürlich immer noch aus, was uns antreibt und auch umtreibt. Wer sich noch nicht ganz sicher ist ob wir auch wirklich so bekloppt sind, was Mopeten und Autos angeht, kann sich hier nochmal den Beweis aus dritter Hand einholen.

Viel Spaß beim Lesen!

Im Profil: Isabell

Was ist dein Part bei Rabbit and Wolf?

Ich würde jetzt nicht einen genauen Part auf mich alleine beziehen. Jedoch habe ich mich auf die Bereiche Verkaufstraining, Kundenservice und Ladeneinrichtung spezialisiert.

Wie kam es dazu, Teil dieser Firma zu werden?

Die Affinität zu Motorrädern und Autos hat sich schon in meiner Kindheit bemerkbar gemacht. Die Begegnung mit Sebastian damals hat es noch deutlich intensiviert. Wenn sich zwei Personen für ein Hobby oder eine Leidenschaft begeistern, jeder seine beruflichen Erfahrungen mitbringt, dann ergibt das zusammen ein sehr schönes „Ganzes“.

Was in deinem Leben hat den Grundstein für diesen beruflichen Weg geebnet?

Meine beruflichen Stationen im Handel, im Verkauf und der Logistik haben mich dazu gebracht, mich auf die genannten Bereiche zu spezialisieren. Da die Fortbewegung mit motorisierten zwei- und vierrädrigen Gefährten eine meiner größten Leidenschaften ist, hat sich das eigentlich fast von alleine ergeben.

Woher kommt deine Leidenschaft zu Motorrädern und Autos?

Angefangen hat dies bereits vor vielen Jahren, als ich in meiner Jugend angefangen habe mich auf einer Simson S50 fortzubewegen. Der Geruch, der Klang, das Freiheitsgefühl trotz fehlender Leistung – das hat mich sofort fasziniert. Mit 15 habe ich dann zusätzlich noch damit angefangen, einem damaligen Freund beim Lackieren und Reparieren von Motorrädern und Autos zu helfen. Dreckige Finger, Werkstattflair und die gute Zeit, die man dabei hat, ist in meinen Augen unbezahlbar. Und dann noch dieses Gefühl, wenn man das Ergebnis sieht, welches man mit seinen eigenen Händen erarbeitet hat – einfach super!

Wie viel Raum nimmt diese Leidenschaft in deinem Leben ein?

Es erstreckt sich über mein komplettes Leben. Ob es die Mopeten im Wohnzimmer neben der Couch sind, der Familienurlaub kombiniert mit Motorradfahren oder die Freizeit, gefüllt mit allen Themen rund um Motorräder und Autos. Wenn möglich, nehmen wir auch jedes Treffen und jede Veranstaltung im vertretbaren Umkreis mit.

Was kannst Du uns über deine persönlichen Zukunftspläne verraten?

Ich bin ehrlich – ich habe keine genau definierten Zukunftspläne. Es sind die ganz normalen Dinge, welche ich mir für die Zukunft wünsche – Gesundheit, Spaß, eine gute Zeit. Und natürlich würde es mich glücklich machen, wenn Rabbit and Wolf viele Kunden mit ihrer Arbeit noch weiter nach vorne bringen kann.

Hast du ein bestimmtes Ziel, dass du mit Rabbit and Wolf verfolgst?

Mein persönliches Ziel ist es, so viel Vertrauen gegenüber den Kunden aufzubauen, um eine Zusammenarbeit entstehen zu lassen, die auf Augenhöhe und hervorragenden Ergebnissen beruht.

Auf was könntest du in deinem Leben nicht verzichten?

Die Frage ist ziemlich leicht zu beantworten. Hier gibt es jedoch mehrere Dinge, auf die ich nicht verzichten möchte. Ganz klar, steht an erster Stelle die Familie. Natürlich möchte ich auch weiterhin meine Leidenschaft ausleben können, mich in neue Abenteuer stürzen und die Natur genießen dürfen.

Wenn du dich selbst in der Vergangenheit anrufen könntest – in welcher Situation wäre das und was würdest du dir sagen?

Jeder Mensch hat Tiefpunkte in seinem Leben und muss gewisse Situationen durchstehen. Ich bin der Meinung, alles hat seinen Grund. Wenn ich mich selbst in der Vergangenheit anrufen könnte, dann wäre es in einer Zeit, in der ich selbst nicht mehr weiter wusste. Ich würde mir sagen: „Hey, lass den Kopf nicht hängen! Die Zukunft hat noch einiges zu bieten, auf das es sich zu warten lohnt!“